Praxiseinstieg in digitale Ökosysteme am Beispiel Gaia-X

Fraunhofer IAO bietet Orientierungshilfe für Anbieter von Produkten und Dienstleistungen

Anbietern von Produkten und Dienstleistungen fehlt es an Wissen, praktischen Werkzeugen und etablierten Standards zu einem sicheren, vertrauensvollen und interoperablen Datenaustausch und der Bereitstellung digitaler Services. Das Fraunhofer IAO gibt in einer Publikation mit einem Anwendungsfall einen methodischen Einstieg sowie Handlungsoptionen für eine strategische Positionierung in digitalen Ökosystemen.

Im Zeitalter der Digitalisierung und Plattformökonomie haben sich in den letzten Jahren neue digitale, datenbasierte Wertschöpfungsnetzwerke gebildet. Daten und ihre ökonomischen Auswirkungen durchdringen alle Bereiche der Wirtschaft und bis 2025 rechnet die Europäische Kommission mit einer weltweiten Zunahme des Datenvolumens um mehr als das Fünffache. Dadurch steigt auch für Anbieter von Produkten und Dienstleistungen die Bedeutung einer Teilhabe an digitalen Daten- und Serviceplattformökosystemen. Vielen Anbieterunternehmen fehlen jedoch noch die notwendigen Ressourcen und das entsprechende Know-how zu Digitalisierung und Daten.

Lösungskonzepte, Normen und Standards führender Initiativen können eine gute Grundlage zur wettbewerbsfähigen Teilhabe sein

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg will diese Wissenslücken nun schließen. Es fördert deshalb die nun erschienene Publikation »Praxisorientierter Einstieg für Service-Anbieter in digitale Wertschöpfungsnetzwerke Gaia-X«, die gemeinsam von Wissenschaftler*innen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST, dem Institut für Enterprise Systems (InES) an der Universität Mannheim, der bwcon research gGmbH, der Virtual Fort Knox AG sowie der incontext.technology GmbH erstellt wurde. Die Publikation entstand im Ergänzungsprojekt des Förderprojekts Cloud Mall BW mit dem Fokus auf digitale Daten- und Serviceökosysteme.

»Gerade für Service-Anbieter gibt es aktuell enorme Herausforderungen mit dem Umgang und der strategischen Positionierung hinsichtlich digitaler Wertschöpfungsnetzwerke. Viele Fragen bezüglich Datensouveränität, Interoperabilität, Vertrauen und Sicherheit sind derzeit noch ungeklärt«, sagt Sandra Frings, Projektleiterin Cloud Mall BW am Fraunhofer IAO und Mitautorin der Publikation. Führende Initiativen und Leuchtturmprojekte wie beispielsweise Gaia-X oder die International Data Space Association haben sich in den vergangenen Jahren gebildet mit dem Ziel, Lösungskonzepte, Normen und Standards zu erarbeiten, auf denen Unternehmen zukunftsfähige Produkte aufbauen können. In der Publikation hat das Expert*innenteam am Beispiel des Praxispiloten »KI-gestützte Energieoptimierung in der Produktion (KIEP)« im Rahmen von Workshops einen kooperativen Geschäftsmodellansatz, ein Wertschöpfungsnetzwerk und eine IT-Architektur unter Berücksichtigung der Gaia-X-Spezifikationen konzipiert. Die gewonnenen Erkenntnisse und daraus abgeleitete Handlungsoptionen sowie eine Übersicht über wesentliche Initiativen sollen Anbieterunternehmen als Orientierungshilfe im Aufbau von digitalen Ökosystemen als Werkzeuge an die Hand gegeben werden.

Handlungsempfehlungen für den Praxistransfer: Entwicklung eines Nutzenszenarios und fundierte Einarbeitung

Um einen erfolgreichen Transfer in die Praxis zu ermöglichen, ist laut den Expert*innen die gemeinsame Entwicklung eines Nutzenszenarios mit einem schlagkräftigen Kern an Partnerunternehmern ein Erfolgsfaktor und wesentliche Grundlage für die Konzeptentwicklung. Die klare Herausarbeitung von Zielgruppen vereinfache die Identifizierung konkreter und entscheidender Nutzenvorteile für alle Stakeholder im Ökosystem. Ökosysteme auf föderativer Basis stellten in diesem Zusammenhang eine große Herausforderung dar, aber ermöglichten eine aktive und gleichberechtigte Partizipation insbesondere von kleinen und mittleren Anbietern von Produkten und Dienstleistungen an digitalen Wertschöpfungsnetzen. »Neulinge« in Daten- und Serviceökosystemen sollten Zeit zur Einarbeitung in die Thematik mitbringen. Denn eine gründliche Einarbeitung in die Dokumentationen und Terminologien wird dringend empfohlen, auf deren Basis eine gemeinsame Vision und Verständnis für technische Grundlagen entwickelt werden könne. So könnten auch die Möglichkeiten für eine Umsetzung der Strategien und Visionen von Ökosystemen realistisch eingeschätzt werden. Die nationalen und domänenspezifischen Gaia-X Hubs bieten eine Anlaufstelle, um die Einarbeitung und den Austausch mit anderen Interessierten zu erleichtern.

Im Rahmen der Arbeiten am Praxispilot stellten die Beteiligten fest, dass die Rollenverteilung und rollenspezifische Mechanismen in der Gaia-X-Spezifikation weiter detailliert und ausgebaut werden sollten. Insbesondere sollte mehr Transparenz für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Umsetzung von Gaia-X-Netzwerken geschaffen werden. Ebenso sei es wichtig, dass die Inhalte der Gaia-X-Dokumente und Aktivitäten vor allem noch KMU-orientierter gestaltet werden. Gaia-X solle auch KMU-freundlichere Technologien und Methoden berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sollte insbesondere die Partizipation und Zusammenarbeit der beteiligten Stakeholder überdacht und optimiert werden. Begleitend sei es mit diesem Hintergrund hilfreich, vielleicht sogar notwendig, dass Transferinitiativen des Mittelstands die Inhalte niederschwellig für KMU aufbereiten und vermitteln, um sie so besser auf eine Beteiligung vorzubereiten und die möglichen Vorteile zu verdeutlichen. Auf diese Weise könne Gaia-X auch bei KMU als strategische Option weiterentwickelt werden.

Hier geht es zur Publikation: Praxisorientierter Einstieg für Service-Anbieter in digitale Wertschöpfungsnetzwerke

Cloud Mall BW veröffentlicht Studie »Innovation durch Kooperation«

Studie des Fraunhofer IAO im Rahmen des Projekts Cloud Mall BW zeigt, wie Unternehmen in Kooperationen gemeinsam innovative Geschäftsmodelle hervorbringen

Wie schaffen es insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), im Digitalisierungszeitalter nachhaltig innovativ und dadurch erfolgreich zu sein? Dieser Frage gehen Forscher*innen in der Studie »Innovation durch Kooperation« auf den Grund, die unter der Leitung des Fraunhofer IAO im Projekt Cloud Mall BW veröffentlicht wird. Eine Haupterkenntnis: Ohne einen starken und durchsetzungsfähigen Treiber der Kooperationsaktivitäten sind cloudbasierte Vorhaben schwierig umsetzbar.

Innovativ zu denken und zu handeln, eine offene Innovationskultur zu leben sowie Prozesse innovativ zu optimieren sind für Unternehmen wichtige Eigenschaften, um sich zukünftig erfolgreich zu etablieren. Manchmal sind allerdings die Kapazitäten und Ressourcen nicht ausreichend oder nötige Kompetenzen nicht vorhanden, um Innovationen und Prozesse umzusetzen. In diesen Fällen ist eine strategische Partnerschaft mit anderen komplementär aufgestellten Unternehmen sinnvoll. Diese können ihre Expertisen aus unterschiedlichsten Zielsetzungen in die Kooperation einbringen – beispielsweise bei der Erschließung neuer Märkte und Zielgruppen. Doch häufig kommt es gar nicht erst zu solchen Kooperationen: Bereits in der Anbahnungsphase fehlt die notwendige Vertrauensbasis, um das Risiko einzugehen, mit Externen zusammenzuarbeiten. Oder Ziele und Erwartungen einer solchen strategischen Partnerschaft lassen sich nicht ausreichend klären.

Studie erforscht Faktoren, die den Erfolg von Kooperationen steigern

Um wesentliche individuelle Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten, wurden im Projekt Cloud Mall BW 33 durchgeführte Praxispiloten ausgewertet. So konnten übergreifend wichtige Gemeinsamkeiten für erfolgreiche Kooperationen abgeleitet werden. Es ergaben sich drei zentrale Themenfelder, die für den Erfolg bilateraler Kooperationen eine wesentliche Rolle spielen: die organisatorische Aufstellung der Kooperationspartner, die Entwicklung einer Vision in Form eines gemeinsamen strategischen Geschäftsmodells sowie eine starke technische Basis mit vorhandenen IT-Systemen und -Infrastruktur. Als besonderen Anwendungsfall wurden 13 Kooperationen basierend auf der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz als Katalysator betrachtet.

Stellschrauben zur Steigerung der Umsetzbarkeit von Kooperationsvorhaben

Die Auswertung der Anwendungsfälle hat gezeigt, dass jedes Kooperationsvorhaben mindestens einen starken organisatorischen Treiber haben sollte, der genügend Einfluss auf die anderen Kooperationspartner ausüben kann sowie die Fortschritte beim Aufbau der Kooperation überwacht und steuert. Relevant für den Erfolg ist auch ein frühzeitiges Erstellen eines gemeinsamen strategischen Geschäftsmodellkonzepts, das ein einheitliches Verständnis aller Kooperationspartner für die Zielsetzung schafft. Letztlich sollten möglichst viele bzw. bestmöglich alle Kooperationspartner die notwendige IT-Infrastruktur, -Kompetenzen und -Systeme besitzen oder diese aufbauen wollen, um die Kooperationsbestrebungen auch technisch flexibel und zielorientiert zu unterstützen.

Übersicht über alle Erfolgsfaktoren, die den Umsetzungserfolg von Kooperationen im Rahmen der durchgeführten 33 Praxispiloten maßgeblich beeinflusst haben.

Ergänzende Aktivitäten mit Fokus auf digitale Daten- und Serviceökosysteme

Um den IT-Standort Baden-Württemberg weiter zu stärken, sind nun Folgeaktivitäten des Projekts in Planung. KMU sollen künftig noch stärker im Aufbau von Kooperationen in Wertschöpfungsnetzen und digitalen Ökosystemen unterstützt werden, um die Marktchancen aktueller Frameworks, wie zum Beispiel Gaia-X, zu nutzen. Dr. Holger Kett, Projektleiter und Leiter des Forschungsteams »Digital Business Services« am Fraunhofer betont: »Unser Ziel ist es, Unternehmen dazu zu ermutigen, gezielt Kooperationen als strategisches Mittel zu verstehen und auszubauen, um so bei der Entwicklung gemeinsamer innovativer Geschäftsmodelle einzelne Stärken zu komplementieren, voneinander zu lernen und gemeinsam Marktchancen zu nutzen.«

Die Studie ist unter folgendem Link kostenfrei abrufbar: Zur Studie

Video-Statement von Holger Kett zur Studie und zum Projekt Cloud Mall BW: Zum Statement

Eventdokumentation rund um GAIA-X, Cloud und Data Spaces am 25.11.2021

Am 25.11.2021 veranstaltete die Special Interest Group des bwcon e.V. ein Event, um aktuelle Fragestellungen rund um die Themen GAIA-X, Cloud und Data Spaces zu klären.

Im Folgeden erhalten Sie Informationen zu den Präsentationsbeiträgen sowie den Link zur Aufzeichnung.

Link zum Video mit allen Präsentationen: https://youtu.be/fsueErGjN8o

1:40 – 47:11 min / Ulrich Ahle (CEO FIWARE Foundation)

Quelle: Auszug Präsentationsfolie vom 25.11.2021, Ulrich Ahle (CEO FIWARE Foundation)

48:10 – 1:03:30 min / Hannes Bauer (orbiter DataSpaces)

Quelle: Auszug Präsentationsfolie vom 25.11.2021, Hannes Bauer, truzzt port Europa
  • Wie können Geschäftsprozesse auf IDS-basierte Datenräume vorbereitet und umgesetzt werden und wie werden Datenräume IDS-kompatibel mithilfe von truzzt port Europa aufgebaut?
  • Wie funktioniert der Eingang in Datenräume bzw. wie wird man Mitglied des truzztPorts?
  • Welche Rolle spielt der IDS-Connector dabei?

1:16:09 – 1:29:10 min / Jann Wendt (North.io)

Quelle: Auszug Präsentationsfolie vom 25.11.2021, Jann Wendt (North.io)
  • Marispace-X: „Maritime Daten und deren Impact am Beispiel von Munition im Meer“ – größtes maritimes Digitalisierungsprojekt im Rahmen von GAIA-X

1:30:36 – 1:43:49 min / André T. Nemat (idigiT Institut)

Quelle: Auszug Präsentationsfolie vom 25.11.2021, André T. Nemat (idigiT Institut)
  • Health-X: Was können wir in der Medizin noch alles mit Daten erreichen?

1:43:50 – 2:16:05 min /  Offene Paneldiskussion

KI-gestützte Energieoptimierung in der Produktion: Neuer Praxispilot geht an den Start

Nachhaltigkeit ist für alle Industrien eines der führenden Themen in den nächsten Jahren. Produzierende Unternehmen benötigen aber Werkzeuge, um diesen Themenbereich messbar und damit besonders für Behörden und Öffentlichkeit nachweisbar zu beherrschen, zu analysieren und darüber Ihren CO2-Footprint zu optimieren.

Die Erhebung des Energiebedarfs ist aktuell jedoch nur für sehr große Einheiten, wie zum Beispiel ganze Fabriken oder Produktionen, möglich. Die notwendige Datengrundlage entsteht, wenn der Energieversorger selbst misst und diese Informationen bereitstellt. Damit sind allerdings dauerhafte betriebliche Optimierungsmaßnahmen nicht realisierbar. Es lassen sich nur Verbesserungen in ähnlich großem Maßstab durchführen, wie etwa die Anschaffung neuer Maschinen mit geringerem Energiebedarf.

Hier setzt der neu gestartete Praxispilot „KI-gestützte Energieoptimierung in der Produktion“ (KIEP) der incontext.technology GmbH (INCTEC) und der Virtual Fort Knox AG (VFK) an. Die Lösung, die im Praxispilot bis Ende 2021 konzipiert wird, will den Energiebedarf für jede Maschine einzeln erfassen und die zeitaktuelle Darstellung des Energieverbrauches an diesen Maschinen mit Warnungen für ungünstige Betriebszustände über definierte Schwellwerte verbinden. Die Analyse kann abhängig von verfügbaren Daten bis hin zu einem feingranularen Level geschehen. Auf diesen zeitaktuellen Daten aufbauend ist eine langfristige Analyse des Energieverbrauches über eine selbstlernende KI möglich, die eine ständige Optimierung der lokal zu beachtenden Schwellwerte bereitstellt. Besonders geeignet wird die Lösung für Firmen sein, die mehrere baugleiche Maschinen einsetzen, für die sich ein firmeninterner CO2-Benchmark erstellen lässt und somit eine sich über mehrere Maschinen spannende Optimierung.

Mit dem im Praxispiloten erarbeiteten Konzept kann eine hochintegrative Anwendung zur Überwachung und automatisierten Optimierung des Energieverbrauches entwickelt werden. Produkte der VFK werden als Bindeglied zwischen der Erhebung der Maschinen- und Anlagendaten und der Verarbeitung mit dem KI-basierten Produkt Smart Monitoring von INCTEC sowie der Gaia-X Plattform genutzt. Die Lösung ist einfach und anschaulich konzipiert. Sie kann schrittweise einbaut bzw. nachgerüstet werden. Damit sind die Anwender in der Lage selbst jeden Schritt mitzubegleiten und nachfolgend auch eigenständig zu erweitern.

Vorschaubild Steckbrief KIEP

Lesen Sie hier den Steckbrief des Praxispiloten: zum Steckbrief

Und finden Sie hier die Übersicht über alle Praxispilotprojekte der Cloud Mall BW: zu allen Praxispilotprojekten

Praxispilot MIDIKI: Transferdokumentation veröffentlicht

Die Verwendung von Digitalen Zwillingen trägt in der heutigen Zeit einen entscheidenden Teil zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung eines Unternehmens bei. Im Cloud Mall BW Praxispiloten „Mehrdimensionale Integration von Digitalen Zwillingen (MIDI)“ untersuchte die AUNOVIS GmbH zusammen mit der Virtual Fort Knox AG bereits die Software-Architekturen und realen Integrationsmodelle Digitaler Zwillinge und implementierte die Schnittstelle zwischen den Integrationskomponenten in einer Demoanwendung.

Darauf aufbauend wurde im Praxispilot „Integration von mehrdimensionalen Digitalen Zwillingen im
Kontext Künstlicher Intelligenz (MIDIKI)“
von der AUNOVIS GmbH zusammen mit der Virtual Fort Knox AG gemeinsam mit dem Know-how und den Tools der Firma incontext.technology GmbH in den Bereichen maschinelles Lernen (ML) und IT-Infrastruktur eine Schnittstelle zwischen dem bereits bestehenden MIDI-Modell und den KI-Modellen zur Auswertung der Daten geschaffen. Denn mithilfe der gewonnenen Daten können neben der Unterstützung der Qualität in der Produktion durch das Erkennen der anormalen Zustände auch weitere kritische Situationen wie Planungsverzug oder Maschinendefekte erkannt werden. So kann die Effektivität, sowie die Liefertreue und Resilienz, in einem produzierenden Unternehmen gesteigert werden. Dieser praktische Nutzen wurde anhand eines beispielhaften Anwendungsfalls erfolgreich demonstriert.

Lesen Sie hier die ganze Dokumentation des Praxispiloten, von der Ausgangssituation, über den Lösungsweg bis hin zu den daraus abgeleiteten Erkenntnissen: zur Transferdokumentation

Und finden Sie hier die Übersicht über alle Praxispilotprojekte der Cloud Mall BW: zu allen Praxispilotprojekten

Konkrete Ideen für digitale Daten- und Serviceökosysteme gesucht

Fraunhofer IAO und Partner starten Ideenwettbewerb, um Wettbewerbsvorteile durch Kooperationen kleiner und mittlerer Unternehmen in digitalen Wertschöpfungsnetzen zu generieren

Wie können KMU aus Baden-Württemberg die Marktchancen aktueller Frameworks für digitale Daten- und Serviceökosysteme wie z. B. GAIA-X nutzen und sich für die Zukunft erfolgreich positionieren? Im Ergänzungsprojekt der Cloud Mall BW erforscht das Fraunhofer IAO mit fünf Partnern die Herausforderungen und Lösungspotenziale im Rahmen eines Reallabors und sucht jetzt nach interessierten Unternehmen, die gerne diese Chance nutzen möchten. Gleichzeitig wird die Übernahme der Cloud Mall BW vorbereitet, die von bwcon GmbH und STROMDAO GmbH geleitet 2022 in den realen Betrieb gehen wird.

Vom Projekt »Cloud Mall BW« zum realen Ökosystem-Betrieb für innovative Projekte

Das Projekt »Cloud Mall BW« unterstützt bereits seit November 2018 Unternehmen in ihren Kooperationsbestrebungen. Das Konsortium um die vier Partner – das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie das Institut für Enterprise Systems (InES) und bwcon Research gGmbH – hat dabei bis heute 33 Praxispiloten mit 66 unterschiedlichen Unternehmen erfolgreich abgeschlossen und für Interessierte dokumentiert. Aus den Projektaktivitäten heraus ist ein agiles Ökosystem an Cloud-basierten Services und vernetzten Unternehmen entstanden, das ab dem 1. Januar 2022 in den realen Betrieb übergehen wird. bwcon GmbH und StromDAO GmbH werden gemeinsam als Betreiber des Ökosystems die Kooperations- und Netzwerkaktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen weiterverfolgen und diese in Pilotprojekten, d. h. von der Partnerfindung bis hin zur Entwicklung eines marktreifen Angebots, begleiten und unterstützen. Gerade für die Vielzahl an spezialisierten Anbietern mit IT-affinem Angebot in Baden-Württemberg wird der Projektinkubator einen spannenden Rahmen für Unternehmen bieten, innovative Angebote zu testen und zur Marktreife zu führen.  

Ergänzungsprojekt zu »Cloud Mall BW« greift Trendthema Daten- und Serviceökosysteme auf

Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich intensiv an europäischen Digitalisierungsaktivitäten, um die Region nachhaltig zu fördern und das Ziel zu verwirklichen, eine digitale Leitregion Europas zu werden. Eine der aktuellen Schlüsselaktivitäten ist hier der Auf- und Ausbau von Daten- und Serviceökosystemen basierend auf GAIA-X, sowie möglicherweise anderen vergleichbaren Frameworks, die im Rahmen dieses Ergänzungsprojekts betrachtet werden. Viele dieser Initiativen unterstützen die effiziente Zusammenarbeit von Unternehmen in Netzwerken auf Basis gemeinsamer Datennutzung und kollaborativer Geschäftsmodelle. Im Ergänzungsprojekt zu »Cloud Mall BW« wird dies nun in einem Ansatz aus realer Umsetzung unter praxisnahen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen aufgegriffen. Speziell kleine und mittlere Unternehmen aus Baden-Württemberg sollen dabei unterstützt und an die Thematik herangeführt werden. Ein weiterer strategischer Partner wird dabei ergänzt, der das Bindeglied zu Frameworks wie GAIA-X und anderen vergleichbaren Frameworks wie zum Beispiel International Data Space (IDS) bildet. Das Fraunhofer ISST ist maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung von GAIA-X beteiligt und kann so Erfahrungen zu Daten- und Serviceökosystemen aus erster Hand vermitteln.

Unternehmen wird einfacher und nachhaltiger Einstieg in Thematik ermöglicht

Interessierte Unternehmen können sich über die Projektwebsite zum neuen Ideenwettbewerb informieren und bis zum 31. August (16. August) 2021 mit ihrer Idee bewerben. Die ausgewählten Ideen werden dann im Zeitraum von September bis November 2021 durchgeführt. Für mitwirkende KMU bietet sich im Ergänzungsprojekt die Chance, in einem wissenschaftlichen, aber auch praktisch-experimentellen Rahmen schnell eigene Einsichten und Erfahrungen zu den aktuellen Frameworks und zur gemeinsamen Datennutzung und kollaborativen Geschäftsmodellen zu sammeln. So werden sie bei der Konzeption ihrer gemeinsamen Aktivität vom Aufbau und Zusammenfinden des Konsortiums, der Herausarbeitung der einzelnen Rollen der beteiligten Partner, bis hin zu technischen Fragestellungen der Umsetzung unterstützt. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen dabei nicht nur den beteiligten Unternehmen zugute, sondern werden aufbereitet und dokumentiert, um diese auch weiteren interessierten KMU als Blaupause für ihre Aktivitäten zur Verfügung zu stellen.

Projektfokus liegt auf Erforschung der Beteiligung in Frameworks sowie realer Umsetzung von Projektideen

Das Projekt sieht vor, die aktuellen Aktivitäten und Frameworks ausgewählter Ökosysteme, u. a. GAIA-X, das Referenzarchitekturmodell der International Data Space Association (IDSA) und die Verwaltungsschale im Kontext des Referenzarchitekturmodells Industrie 4.0 (RAMI 4.0) für Unternehmen transparenter zu machen. So untersuchen die Expert*innen zum Beispiel, wie die aktuellen, auch technischen, Voraussetzungen bei Cloud-Service-Anbietern aussehen, um an bestehenden Initiativen zur gemeinsamen Datennutzung und kollaborativen digitalen Geschäftsmodellen teilzunehmen. Zudem erforschen sie, wie diese Bestrebungen seitens der Wissenschaft und der Politik sinnvoll unterstützt werden können, um eine stärkere Vernetzung der IT-Anbieter und IT -Dienstleister untereinander und mit traditionellen Branchen wie Produktion, Handel und Handwerk noch intensiver voranzutreiben. Die Erkenntnisse werden anhand von einem bis drei Praxispiloten mit jeweils einem Konsortium bestehend aus mindestens einem KMU aus Baden-Württemberg und mindestens einem weiteren kooperierenden Unternehmen im Rahmen eines Praxispiloten evaluiert, um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten. Interessierte Unternehmen können sich gerne mit dem Projektteam in Verbindung setzen.  

Aufzeichnungen nun online verfügbar: Event »Innovation durch Kooperation« am 10.06.2021

Am 10. Juni 2021 fand das Online-Event „Innovation durch Kooperation“ statt, indem das Projektteam der Cloud Mall BW auf die 33 erfolgreich durchgeführten Praxispilotprojekte zurückblickte, die es gemeinsam mit vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg umgesetzt hat.

Im Folgenden können Sie die Videomitschnitte der Veranstaltung nochmals einzeln ansehen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort durch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Sie betonte in ihrem Eröffnungsvortrag, dass im Projekt sichere digitale Ökosysteme aufgebaut werden können, in denen gerade Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben, durch Kooperationen neue digitale Leistungsangebote und Geschäftsmodelle zu entwickeln und hob hervor, dass Cloud Computing ein echter »Game Changer« sei.

Prof. Dr. Anette Weisbecker, stellv. Institutsleiterin des Fraunhofer IAO, leitete mit ihrer Einführung zum Thema Daten- und Serviceökosysteme ins Cloud Mall BW-Projekt über. Sie erklärte: »zukünftig werden digitale Ökosysteme basierend auf gemeinsamen Standards und Vertrauen für die Weiterentwicklung von Unternehmen und ihren Leistungsangeboten an Bedeutung gewinnen. Insbesondere Anbieter werden diesen Aspekt noch intensiver in ihren strategischen Entscheidungen berücksichtigen müssen.«

Drei Cloud Mall BW-Praxispilotpartner stellten ihre Kooperationsmodelle vor:

Bildung eines Ökosystems für eine effektive und standardisierte Dateninteroperabilität im Kontext der industriellen Digitalisierung (Bernd Brachmaier, AUNOVIS GmbH; Bastian Deck, NOVAZOON GmbH; Olga Mordvinova, incontext.technology GmbH; Robert Tordy, Virtual Fort Knox AG)

Revolution E Energy Cloud: Die Digitale Plattform für Smart Energy Services (Manuel Armbruster, KOENAtec GmbH; Alexander Hummel, HUMMEL Systemhaus GmbH & Co. KG)

KI-Einzelhandelsassistent: Ein digitaler Assistent trifft auf ein Echtzeitprognosesystem im Einzelhandel (Florian Feige, OPAL, Operational Analytics GmbH; Julian Kissel, Aliru GmbH)

Das Projektteam ging dann auf die wichtigsten Lessons Learned der 33 Cloud-basierten Kooperationsprojekte ein:

  • Kooperationen und Kooperationskultur (Sandra Frings, Fraunhofer IAO)
  • Strategische Sicht auf digitale Ökosysteme mit Fokus Geschäftsmodelle (Rudolf Mietzner, bwcon research gGmbH)
  • Technische Sicht auf Cloud-basierte Integration und digitale Plattformen (Olga Meyer, Fraunhofer IPA)
  • Kooperationen zur Umsetzung von KI-Lösungen (Deborah Mateja, InES)

Mehr Information zum Thema Daten- und Service-Ökosysteme in der Produktion lieferte Daniel Stock, Group Leader IT Architectures for Digital Production Fraunhofer IPA.

Zum Abschluss gab Dr. Holger Kett, Leiter Team Digital Business Services Fraunhofer IAO, Einblicke in das Ergänzungsprojekt zu digitalen Daten- und Service-Ökosystemen sowie zur Nachhaltigkeit der Cloud Mall BW.

Cloud Mall Baden-Württemberg unterstützt digitale Innovationen im Mittelstand

»Cloud Mall BW«-Projekt unter Leitung des Fraunhofer IAO zeigt: Auf Basis von Cloud Computing können gemeinsam und schnell innovative digitale Leistungsangebote entstehen.

Ausgehend von innovativen Ideen kleiner und mittlerer baden-württembergischer Unternehmen (KMU) wurden im Projekt Cloud Mall BW 33 Pilotanwendungen für neuartige Cloud-Services erfolgreich umgesetzt. Die Ergebnisse des Projekts, das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert wird, wurden am 10. Juni 2021 im Event »Innovation durch Kooperation« vorgestellt. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sowie Prof. Dr. Anette Weisbecker, stellvertretende Institutsleiterin des Fraunhofer IAO.

Die EU arbeitet unter Beteiligung 27 prominenter Technologie-Unternehmen mit Hochdruck an einem Fahrplan für die nächste Generation des Internets mit dem Schwerpunkt Cloud Computing. Ziel ist es, die europäische Cloud-Branche bis 2025 weltweit für ihre technologische Führerschaft und Wettbewerbsfähigkeit und Interoperabilität bekannt zu machen und Standards zu prägen. Auch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg möchte im Cloud Computing den Turbo einlegen und mit dem Projekt Cloud Mall BW die Entwicklung innovativer Cloud-Lösungen speziell im Mittelstand fördern. Bei der Cloud Mall BW handelt es sich um eine Gemeinschaftsinitiative der Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, des Instituts für Enterprise Systems (InES) der Universität Mannheim und der bwcon research gGmbH. Sie vernetzt Akteure der Cloud-Branche in einem Ökosystem und schafft dabei einen sicheren Rahmen, um kritische Phasen der Kooperationsanbahnung und -formierung zwischen Unternehmen gut zu meistern und deren Vorhaben mit technischer und strategischer Expertise zu unterstützen.

Projektstudie erforscht Erfolgsfaktoren, wie KMU durch Cloud Computing und Künstliche Intelligenz wettbewerbsfähiger werden

Am 10. Juni 2021 blickte das Projektteam in einem Online-Event auf die 33 durchgeführten Praxispilotprojekte zurück, die es gemeinsam mit vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen erfolgreich umgesetzt hat. Alle 72 beteiligten Unternehmen tüftelten intensiv unter wissenschaftlicher Begleitung in ihren Kooperationen an neuen Produkten, Services und Geschäftsmodellen. Durch die Vernetzung untereinander entstand so die Basis für ein wachsendes Ökosystem Cloud Mall BW und ein wissenschaftlicher Rahmen, um Erfolgsfaktoren von Kooperationen in der Praxis zu überprüfen.

Ein Bewertungsmodell für wesentliche Erfolgsfaktoren bei Kooperations- bzw. Integrationsprojekten wurde auf die 33 Praxispiloten angewandt und Schlüsse zur Rolle von Kooperationskultur und -modellen, Geschäftsmodellinnovationen sowie der Nutzung von Plattformen und Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz gezogen. Die Ergebnisse der Studie werden in Kürze in einer frei verfügbaren Publikation veröffentlicht werden.

Darüber hinaus stehen bereits heute umfangreiche Informationen zu den 33 einzelnen Praxispiloten zum Download zur Verfügung. Darin finden interessierte Unternehmen umfangreiche Anregungen und konkrete Handreichungen, wie sie selbst die Chancen der Cloud-Technologie für ihr Unternehmen nutzen können. Die Themen und Anwendungsfelder der Praxispiloten decken eine große Bandbreite ab – vom Cloud Computing in der Produktion über den Handel und die Energieversorgung bis hin zu smarten Produkten und Dienstleistungen. Sie können somit für eine Vielzahl von Branchen als Blaupause für digitale Innovationen durch Kooperation dienen.

Die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betonte in ihrem Eröffnungsvortrag, dass im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium geförderten Projekts »Cloud Mall Baden-Württemberg« sichere digitale Ökosysteme aufgebaut werden können, in denen gerade Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben, durch Kooperationen neue digitale Leistungsangebote und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei hob die Ministerin hervor, dass Cloud Computing ein echter »Game Changer« sei. Um dessen Potenziale für mehr Wertschöpfung in Baden-Württemberg zu erschließen, sind solche neuen Daten- und Serviceökosysteme der Schlüssel.  

Ergänzungsprojekt wird weitergehende Fragen zu digitalen Daten- und Service-Ökosystemen beleuchten

Wie KMU aus Baden-Württemberg die Marktchancen aktueller Frameworks wie das Daten- und Serviceökosystem GAIA-X nutzen und sich für die Zukunft erfolgreich positionieren können, wird fortan in einem Ergänzungsprojekt erforscht werden. Mit dem Fraunhofer ISST konnte ein strategischer Partner zu den bisherigen Kooperationspartnern von Cloud Mall BW hinzugezogen werden, der in die GAIA-X Aktivitäten intensiv eingebunden ist. Im Projekt werden die aktuellen Aktivitäten und Frameworks ausgewählter Ökosysteme, u. a. GAIA-X, wissenschaftlich analysiert und die Erkenntnisse anhand weiterer Praxispiloten evaluiert. Interessierte Unternehmen können sich gerne über die Kontaktdaten an das Konsortium wenden.

Prof. Dr. Anette Weisbecker, stellv. Institutsleiterin des Fraunhofer IAO, findet diesen Schritt wegweisend, denn »zukünftig werden digitale Ökosysteme basierend auf gemeinsamen Standards und Vertrauen für die Weiterentwicklung von Unternehmen und ihren Leistungsangeboten an Bedeutung gewinnen. Insbesondere Anbieter werden diesen Aspekt noch intensiver in ihren strategischen Entscheidungen berücksichtigen müssen«.

Cloud Mall BW-Ökosystem wird zukünftig gemeinsam von der bwcon GmbH und STROMDAO GmbH betrieben

Die erarbeiteten Ergebnisse aus Cloud Mall BW werden auch nach Abschluss der Projektförderung angeboten. Im Rahmen eines Interessensbekundungsverfahrens wurden dafür bereits in der Projektlaufzeit die zwei oben aufgeführten Unternehmen als Betreiber der Cloud Mall BW ausgewählt, die die Ziele von Cloud Mall BW verstetigen und ausbauen werden.

CMBW-Veranstaltung am 10. Juni mit Teilnahme der Ministerin Hoffmeister-Kraut

In der Veranstaltung „Cloud Mall BW-Innovation durch Kooperation“ haben Sie die Möglichkeit die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut kennenzulernen! Am 10. Juni 2021 um 13:00 gibt sie die Einführung in das spannende Thema rund um die Cloud-Anwendungen als Basis für eine erfolgreiche Kooperation innerhalb von Daten- und Service-Ökosystemen.
Finden Sie live heraus, wie es mit der Cloud Mall BW weitergeht.

Mehr Informationen sowie Anmeldelink hier: zum Event

Cloud-basierte kooperative Praxispiloten als Katalysator für KMU

Projektveranstaltung »Innovation durch Kooperation« von »Cloud Mall BW« zeigt aus erster Hand, wie auf Basis von Cloud Computing innovative Angebote entwickelt werden und gibt Einblicke ins Thema Daten- und Service-Ökosysteme.  

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Baden-Württemberg sind kooperative Praxisprojekte eine große Chance, um schnell von einer innovativen Idee zu reifen Konzepten oder Prototypen für neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu gelangen. Bei der Online-Projektveranstaltung am 10. Juni 2021 erhalten Interessierte Eindrücke zu Erkenntnissen, Herausforderungen und Highlights der über 30 durchgeführten Praxispiloten, die praktischen Möglichkeiten von Daten- und Service-Ökosysteme in diesem Kontext sowie Einblicke in die Nachhaltigkeit des Projekts.

Im Gemeinschaftsprojekt der Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie des Instituts für Enterprise Systems (InES) und der bwcon Research gGmbH wurden seit dem 1. November 2018 ein Cloud-Ökosystem aus Cloud-Anbietern und -Anwendern geschaffen, um vor allem KMU bei den Herausforderungen der Plattformökonomie und veränderten Wachstums- und Wettbewerbsstrategien zu unterstützen. Unternehmen, unter anderem aus den Branchen Produktion, Industrie, Handel und Energie, kooperierten in diesem Zeitraum in über 30 Pilotprojekten. Die Projekte von damals sorgen heute für umfangreiche Verbesserungen bereits bestehender Angebote und mündeten teilweise sogar in Unternehmensneugründungen. Beim Prozess der Kooperationsanbahnung unterstützten die Cloud Mall BW-Partner maßgeblich mit ihrer Methodenkompetenz. Auch ein Online-Katalog für Cloud-basierte Services wurde realisiert, in dem Anbieter kostenfrei ihre Angebote listen und für ein breites Publikum sichtbar machen. Anwender lernen über den Katalog Services kennen und erhalten damit eine Vergleichsbasis.

Projektveranstaltung am 10. Juni 2021 präsentiert Erfolgsfaktoren von Kooperationen

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Projektarbeit sollen nun auch einem größeren öffentlichen Publikum vorgestellt werden. Vor allem Geschäftsführer*innen, Unternehmensentwickler*innen und Projektleiter*innen kleiner und mittlerer Unternehmen können von der Veranstaltung profitieren, da im Event der Wissenstransfer im Zentrum steht und zudem praktisch aufgezeigt wird, wie bestehende Angebote in Kooperationen weiterentwickelt und so zum Beispiel Herstellerunternehmen selbst zu Anbietern innovativer Services werden können.

Das Programm der Online-Veranstaltung am 10. Juni 2021 von 13.00 Uhr bis 15.45 Uhr gibt im ersten Teil eine kurze Einführung ins Thema Daten- und Service-Ökosysteme und den Rahmen des Förderprojekts. Danach berichten Unternehmen aus ihren eigenen Erfahrungen mit Kooperationen und Service-Integrationen. Sie zeigen auf, wie sie in ihrem Branchen- und Unternehmenskontext auf Basis von Cloud Computing in kurzer Zeit gemeinsam innovative Lösungen zu folgenden Fragestellungen entwickelt haben:

  • Wie kann durch die Bildung eines Ökosystems eine effektive und standardisierte Dateninteroperabilität im Kontext der industriellen Digitalisierung geschaffen werden?
  • Wie können Geräte aus dem Gebäudekontext wie Wärmepumpen, PV-Anlagen oder Ladesäulen einfach und schnell integriert und überwacht werden und im Baukastenprinzip intelligente Services entwickelt werden?  
  • Und wie kann ein digitaler Assistent Kund*innen eine Beratung über das Smartphone vor, während und nach einem Einkauf bieten und gleichzeitig die Planungssicherheit des Lebensmitteleinzelhandels durch Echtzeitprognosen zur Nachfrage erhöhen?

Im zweiten Teil stellt das Projektkonsortium seine neue Studie vor, in der alle Praxispiloten übergreifend analysiert wurden, um die wichtigsten Erfolgsfaktoren für kooperative Projekte zu identifizieren. Es wird unter anderem beleuchtet, welche Rolle Kooperationskultur und -modelle sowie die Nutzung von Plattformen und Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz für den Erfolg spielten. Abschließend erhalten die Teilnehmenden noch Einblicke in die Bedeutung von Daten- und Service-Ökosystemen in der Produktion und in das »Cloud Mall BW«- Ergänzungsprojekt sowie in die Nachhaltigkeit der »Cloud Mall BW«.

Weitere Information sowie Programm und Anmeldung zur Projektveranstaltung »Innovation durch Kooperation am 10.06.2021«: https://events.bwcon.de/events/cloud-mall-bw-innovation-durch-kooperation/